Die rechtliche Situation des Spenders

Im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung kann eine Insemination mit Spendersamen in Frage kommen, wenn eine Schwangerschaft mit den Spermien des Ehemannes bzw. Partners nicht erreichbar ist oder wenn der anderweitige medizinische Aufwand zum Herbeiführen einer Schwangerschaft unzumutbar hoch wird, wenn von Seiten des Ehemannes oder Partners keine Spermien vorhanden sind oder eine Erbkrankheit vorliegt.

Neben diesen medizinischen Voraussetzungen müssen rechtliche Bedingungen erfüllt sein.

Das Paar unterschreibt vor der Behandlung eine Vereinbarung bzw. einen Notarvertrag, aus der hervorgeht, dass es das mittels Spendersamenübertragung gezeugte Kind für alle Zeiten wie ein von beiden abstammendes, ehelich geborenes Kind annimmt und gemeinsam aufziehen wird. Gemäß § 1600 Abs. 2 BGB ist die Anfechtung der Vaterschaft durch den Ehemann oder die Mutter des Kindes ausgeschlossen. Der Ehemann verpflichtet sich gemäß § 780 BGB zum Unterhalt des Kindes sowie das Kind auch erbrechtlich als sein eheliches Kind zu behandeln.

Der Vorgang der Spendersamenübertragung wird von ärztlicher Seite dokumentiert und für einen Zeitraum von 30 Jahren archiviert. Der Samenspender und das behandelte Ehepaar bleiben grundsätzlich gegenseitig unbekannt.

Das geborene Kind kann jedoch einen Anspruch auf Kenntnis seiner Abstammung geltend machen, sofern es volljährig ist und über die Umstände seiner Zeugung informiert wurde. Die Identität des Spenders müsste dann bekannt gegeben werden.

Aus diesem Grunde benötigt das IRC eine Kopie des Personalausweises zur Feststellung der Identität des Spenders.

Obwohl jährlich fast 1.000 Kinder nach Insemination mit Spendersamen geboren werden, ist es bisher nur in einzelnen Fällen zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung gekommen. Eine Beteiligung der Spender an diesen Verfahren oder Ansprüche gegen den Spender hat es bisher nicht gegeben.

Eine Rechtsberatung kann nur durch einen Juristen erfolgen.