Das sagt der Gesetzgeber

Die Behandlung mit Spendersamen zur Erlangung einer Schwangerschaft ist nicht verboten und war auch in der Vergangenheit nicht verboten.

Direkte gesetzliche Regelungen im Zusammenhang mit Spendersamenbehandlungen gab es auch aufgrund fehlender rechtlicher Auseinandersetzungen lange Zeit nicht, sondern lediglich juristische Einschätzungen und Kommentare zu möglichen Folgen bei unerwarteten Ereignissen.

Erst die im April 2002 in Kraft getretene Neufassung des § 1600 Absatz 4 des BGB regelt die Anfechtung der Vaterschaft im Falle einer vorausgegangenen künstlichen Befruchtung mit Spendersamen: " Ist das Kind mit Einwilligung des Mannes und der Mutter durch künstliche Befruchtung mittels Samenspende eines Dritten gezeugt worden, so ist die Anfechtung der Vaterschaft durch den Mann oder die Mutter ausgeschlossen."

Ob die Anfechtung der Vaterschaft durch das Kind nach Volljährigkeit realistisch ist, erscheint fraglich.

Das Kind hat jedoch das Recht auf Kenntnis seiner Abstammung, sobald es 18 Jahre alt ist. Die  Behandlungsdaten werden daher 30 Jahre aufgehoben.

Falls die Frau keinen männlichen Partner oder Ehemann hat, kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Spender in die Verantwortung der Vaterschaft eintreten muss. Eine Behandlung von alleinstehenden Frauen oder lesbischen Paaren ist daher im Hinblick auf unsere Verantwortung gegenüber dem Spender nicht möglich.

Ein durch Spendersamen gezeugtes Kind, welches ehelich geboren wurde, besitzt die Rechtsstellung eines ehelichen Kindes mit allen Rechten und Pflichten der Eltern gegenüber ihrem Kind und Rechte des Kindes gegenüber seiner Eltern, wie z. B. Unterhalt und Erbrecht.

Sollten Sie eine Rechtsberatung wünschen, so kann diese nur durch einen Juristen erfolgen. 

Ehelichkeit und Verwirkung des Rechtes auf Anfechtung der Vaterschaft:

Ein durch Spendersamen gezeugtes Kind, welches ehelich geboren wurde, besitzt die Rechtsstellung eines ehelichen Kindes. Diesem Kind gegenüber bestehen die gleichen Rechte und Pflichten von der Seite des Ehemannes, als ob es von ihm selbst abstammen würde. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf den Kindesunterhalt und das Erbrecht.